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Eching

Wie hält man Kameras? Stabilisiert!

Kameramann René Blümel über seine Eindrücke zum artemis Workshop:

Beim zweiten Artemis Camera Stabilizing Systems Workshop wurden vom 10. bis 14. April 16 Teilnehmer aus Deutschland, Italien, Dänemark, England, Österreich, Kroatien und der Schweiz an das Stabilisierungssystem herangeführt – und diese merkten schnell, dass nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch Balancegefühl für die Bedienung nötig sind.

Unter der Leitung der erfahrenen Referenten Curt O. Schaller und Kay M. Kramme orientierte sich der Workshop an den produktionspraktischen Bedürfnissen der Teilnehmer.

»Ich hatte mich bereits mit dem Thema Steadicam beschäftigt – nun wollte ich im Workshop sehen, wie es wirklich funktioniert. Und das hat der Workshop zu 100 Prozent erfüllt.«

Ole Sieg, Kameramann

Richtige Bewegung
steht im Zentrum

Nach einer gestalterischen Einführung erklärten die Dozenten den Aufbau und die Funktion eines Kamerabalancesystems. Die Teilnehmer konnten sich an der gesamten Palette der Stabilisierungssysteme für alle Video- und Film-Systeme (ENG, EFP, Studio, 16 mm und 35 mm) versuchen. Ein wichtiger Bestandteil bildete das Austarieren des Rigs, da es nur mit voller Konzentration und Körperbeherrschung gelingt, ein stabiles Rig aufzubauen.

Neben der Anpassung des Systems an den Körper rückten die Referenten die richtige Bewegung in den Mittelpunkt: das Ausbalancieren mit dem Körper, das langsame und schnelle Starten und Stoppen, das Überwinden von Stufen und das Wechseln der Seiten. Hier konnten diejenigen auftrumpfen, die etwas vom Tanzen verstanden: Wer es richtig machte, hatte meist irgendwann einen Tanzkurs absolviert. Zum Umgang mit diesem System gehört sehr viel Übung und Ausdauer, so dass nach zehn Minuten fast jeder Teilnehmer aus der Puste kam. Sehr imposant war das unermüdliche Agieren der Referenten, die viel Praxis-Know-how in den Workshop transportierten.

Spezielle Übungen unter Set-Bedingungen

Am vierten und fünften Workshop-Tag wurden die Übungen spezieller. So erarbeitete das Team aus Referenten, Teilnehmern und Schauspielern zwei bewegte szenische Sujets aus einem Agenten- und einem Action-Film, und die Teilnehmer konnten sich ein realistisches Bild vom Beruf des Steadicam Operators machen: Jeder absolvierte mehrmals den szenischen Durchlauf und sah in der späteren Analyse sein aufgenommenes Material.

»Ich arbeite viel in unwegsamem Gelände, wo der Dolly unmöglich ist, dort ist das Kamerabalancesystem die einzige Möglichkeit, die emotionalen Bilder zu erzeugen, die ich mir vorstelle«

Filmemacher Klaus Friedrich


Hatten die Teilnehmer schon viele Schwierigkeiten am eigenen Leib erfahren, zeigte sich dabei umso deutlicher, wie schwierig es ist, ein Bild zu halten, die Schärfe zu ziehen, einem Schauspieler vorwärts und rückwärts zu folgen, um die Ecke zu gehen und die Kameraposition zu wechseln. Referent Kay Kramme ernüchterte auch: "Es braucht zwei bis drei Jahre, um ein wirklicher Steadicam Operator zu werden." Von den Teilnehmern sah aber jeder eine Verbesserung seiner eigenen Kameraarbeit.

Workshop Impressionen

> Weiches Licht für optimale Kontraste

> Kamerabalance mit K.M. Kramme

> Sachtler trifft auf Frösche

> Alter Hase trifft junge Wilde

> Licht-Effekte mit Michael Huss

Bildergalerie

Seminar-Teilnehmer am Equipment, Dozenten unter Strom und jede Menge Impressionen aus dem aktuellen Workshop.

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Equipment

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